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Verkäuferdarlehen bei Firmentransaktionen

veröffentlicht am 28.07.2017 | Jérôme Andermatt

Bei KMU-Verkäufen gibt es unterschiedliche Möglichkeiten zur Finanzierung des Kaufpreises. Das Verkäuferdarlehen stellt ein in der Praxis häufig verwendetes Finanzierungsinstrument dar. Es dient einerseits zur Lückenschliessung einer Kaufpreisfinanzierung und erhöht andererseits das Vertrauen zwischen Verkäufer und Käufer. In welchen Situationen ein Verkäuferdarlehen vereinbart werden kann und wie es ausgestaltet wird, erfahren Sie in nachfolgendem Beitrag.

Zweck des Verkäuferdarlehens

Das Verkäuferdarlehen bezweckt die Finanzierung eines Teils des Kaufpreises einer Firma. Der Firmenverkäufer lässt einen Teil des Kaufpreises über einen definierten Zeitraum im Sinn eines Darlehens stehen. Zudem werden im Darlehensvertrag nebst der Darlehensdauer die weiteren Konditionen wie Zinssatz, Amortisation und allfällige Sicherheiten seitens des Käufers geregelt. Ist eine finanzierende Bank in die Transaktion involviert, kann ein nachrangiges Verkäuferdarlehen eine Akquisitionsfinanzierung fördern oder es wird sogar von der Bank verlangt, denn es signalisiert ihr den Vertrauensbeweis des Verkäufers zum Käufer und dient der Bank auch als Risikopuffer.

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Gründe für dieses Finanzierungsinstrument

Die Gründe eines Verkäuferdarlehens können unterschiedlich sein und kommen häufig erst in engeren Verhandlungen zwischen den beiden Parteien zum Vorschein. Zum einen kann ein Verkäuferdarlehen dazu dienen, eine Finanzierung eines Firmenkaufs zu ermöglichen. Sind die Mittel des Käufers ausgereizt, kann mittels Darlehen der restliche Kaufpreisteil finanziert und folglich eine Transaktion realisiert werden. Zum anderen kann es bei divergierenden Preisvorstellungen ein ideales Instrument zur Lückenschliessung des Kaufpreises sein. Gerade bei inhabergeführten KMU sind Eigentümer oftmals stark in die operative Geschäftstätigkeit involviert. Der Verkäufer besitzt somit viel wertvolles Unternehmerwissen, welches der Käufer noch nicht besitzt. Er ist interessiert daran, eine möglichst gute Übergabe zu erreichen, in welcher ein optimaler Know-how-Transfer stattfinden kann. Mit einem Verkäuferdarlehen kann diesem Umstand Rechnung getragen werden, da durch die finanzielle Verbindlichkeit des Verkäufers ein Anreiz zur guten Einarbeitung geschaffen wird. Der Verkäufer signalisiert dem Käufer zudem, dass er an seine unternehmerische Fähigkeit glaubt und ihm die Führung zutraut. Mit seinem finanziellen Engagement wird er den Käufer bestmöglich in die Geschicke der Firma einführen. Der Käufer erhält Sicherheit und Vertrauen für eine gute Übergangsphase und kann zu seinen Gunsten einen Teil des Risikos auf den Verkäufer verschieben.

Ausgestaltung abhängig von Verhandlungen

Die Ausgestaltung des Darlehens ist abhängig vom Verhandlungsverlauf zwischen den Parteien. Da jedoch dieses Instrument für den Verkäufer Risiken birgt und gerade im kleineren KMU-Bereich Sicherheiten seitens des Käufers oftmals nur teilweise oder gar nicht vorhanden sind, empfiehlt es sich den Anteil des Darlehensbetrags am Kaufpreis gering zu halten und entsprechend restriktiv in der Konditionsausgestaltung zu bleiben. Kurze Rückzahlungsfristen sowie die Vereinbarung eines hohen Zinssatzes fördern die schnelle Tilgung des Darlehens durch den Käufer.

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